Bericht: offenes Plenum am 01.12.2017

Am 01.12.2017 haben wir ein offenes Plenum abgehalten. Wir konnten einen neuen Aktivisten begrüßen und haben (unter anderem) über folgende Themen diskutiert:

Nachbesprechung letzte UV

Zu dieser Sitzung der Universitätsvertretung (UV) haben wir hier schon ein Gedankenprotokoll veröffentlicht. Wir haben gemeinsam die Sitzung noch mal Revue passieren lassen. Die Sitzungsführung und der -ablauf waren sehr angenehm. Mit den Resultaten der verschiedenen Tagesordnungspunkte sind wir auch einigermaßen zufrieden (also es geht natürlich immer noch besser, aber Jammern auf deutlich höherem Niveau als in der Vergangenheit).

Vorbesprechung nächste UV

Natürlich ist nach der Sitzung vor der Sitzung und so haben wir uns bereits intensiv auf die nächste Sitzung der UV vorbereitet. Besprochen wurden insbesondere der anstehende Jahresabschluss sowie der Umgang der HTU mit ihren Unternehmen INTU und Grafisches Zentrum.

Burschenschaftler-Bummel an der TU Wien

Wichtiges Thema ist die anhaltende Problematik von regelmäßig im Hof der TU Wien abgehaltene Burschenschaftler-Bummel. Hier werden wir in Zusammenarbeit mit der HTU und Fraktionen der UV (vor allem die GRAS ist hier ebenfalls höchst engagiert) weiter Aktionen setzen (so wie wir es schon in der Vergangenheit getan haben). Die letzten Male war die Situation schon viel besser als im letzten Studienjahr, was uns sehr optimistisch stimmt.

Werbung an der TU Wien

Es gibt immer mehr Werbung an der TU Wien und leider auch Anstrengungen, bei Veranstaltungen künftig noch mehr (Video!-)Werbung aufzufahren. Wir sind klar gegen die Werbe-Vermüllung von Unigelände, -betrieb und -verantstaltungen. Auch dafür werden wir uns in der HTU einsetzen.

weitere Themen

Weiters sprachen wir (unvollständige Liste) über digitale Studienunterlagen (Skripten/Bücher etc.), (selbstverwaltete) (Lern-)Räume, die neue TU Hausordnung, Erasmus und Joint-Studies und das Verhältnis der HTU zum Rektorat.

Aufruf zur Mitarbeit

Wenn dich eines oder mehrere der aufgelisteten Themen interessieren, du neue Themen einbringen willst oder Interesse daran hast, aktiv deine Universität mitzugestalten, dann komm doch einfach zum nächsten Plenum (wir werden sie jetzt wieder auch auf Facebook und Twitter ankündigen!)

Offener Brief zur KHG-Veranstaltung an der TU Wien am 10.11.2017

Offener Brief zur KHG-Veranstaltung an der TU Wien
An das Rektorat der TU Wien – Rektorin Dr. Sabine Seidler, Dr. Johannes
Fröhlich, Dr. Kurt Matyas, Dr. Josef Eberhardsteiner, Mag. Anna Steiger.

Kein Platz für Frauen-, Trans-, Inter- und Homofeindlichkeit!

Die Katholische Hochschulgemeinschaft hat die Veranstaltung
“Gender-Debatten: Worum geht es?” für den 10. November angekündigt, die
im prestigeträchtigsten Saal der TU Wien, dem Kuppelsaal, stattfinden
wird. Wir sind grundsätzlich der Meinung, dass eine gesellschaftliche
Auseinandersetzung mit verschiedenen Geschlechteridentitäten und ein
Aufbrechen der traditionellen, festgefahrenen Geschlechterrollen wichtig
ist – sind aber überzeugt davon, dass diese Veranstaltung nichts dazu
beitragen wird.

Zu dieser Überzeugung gelangen wir aufgrund der teilnehmenden Personen.
Gabriele Kuby ist als Vertreterin von “Contra Gender” (!) eingeladen,
sie ist unterstützt unter anderem die sogennante Konversionstherapie”
[2] und ist damit sogar manchen Rechten zu extrem [1 – achtung,
rechtsextreme Seite]. Sie behauptet auch, dass die Kinderbetreuung in
Schweden dazu geführt hätte, dass jedes dritte kind “psychisch gestört”
sei und das Homosexualität eine Sünde sei [3]. Damit ist sie auf einer
Linie mit dem weiteren Diskussionsteilnehmer, dem homofeindlichen
Psychiater Raphael Bonelli, der gerne “Homoheiler” zu seinen
Veranstaltungen einlädt [4, 5]. Die Moderatorin, Gudrun Kugler, ist vor
2 Jahren mit der Meinung aufgefallen, dass es “moderne
Christenverfolgung” (!) sei wenn Beamte dazu verpflichtet sind
Eheurkunden auch für gleichgeschlechtliche Paare auszustellen [6].

Eine solche Veranstaltung hätte die TU Wien niemals genehmigen sollen.
Es ist bekannt, dass die KHG Karlskirche (zuständig für TU Wien,
Veterinärmedizinische Universität sowie Kunstuniversitäten Wiens) vom
Opus Dei getragen wird. Die KHG Wien hat zur NR-Wahl 2017 außerdem einen
Leitfaden für die Wahlentscheidung veröffentlicht [7], der, wenn auch
indirekt, deutliche Aussagen enthält (zB. heterosexuellen, monogamen
Familie als “Keimzelle der Gesellschaft”).

Obwohl sich die TU Wien durch einen Frauenförderungsplan,
Diversity-Management Programm und einer Abteilung für Genderkompetenz
sich in diesen Fragen eindeutig positioniert, weigert sich das Rektorat
auch nach Anfragen von verschiedensten Seiten, die Veranstaltung in
ihrem prestigeträchtigsten Saal abzusagen.
Begründet wird dieser Schritt damit, dass es “Zensur” wäre, die
Veranstaltung nicht in ihren Räumen abhalten zu lassen. Stattdessen hat
sich das Rektorat dazu entschieden, sich “klar über alle verfügbaren
Medien [zu] distanzieren”. Allerdings gibt es keine Verpflichtung der TU
Wien jeglicher Organisation für jeglichen Zweck Räume zu vermieten und
die freie Meinungsäußerung wird durch eine Absage einer Veranstaltung in
keinster Weise beschnitten.

Da eine solche Veranstaltungen in den Räumen der TU Wien nicht
hingenommen werden kann, hat das Frauen*Volksbegehren 2.0, mit Hilfe der
HTU (angeregt durch eine Aktivistin der Fachschaft Informatik), eine
Gegenveranstaltung zur selben Zeit im Hauptgebäude auf die Beine
gestellt. Unter dem Titel “Gender-Debatte: Darum geht es!” diskutieren
unter anderem Jelena Gučanin, Ingrid Brodnig, Luan Knorri Pertl und
Käthe Kratz den Hintergrund der aktuellen Gender-Debatten und alle damit
verbundenen Veränderungen in der aktuellen politischen Situation. Nach
dem Zitat von Ludwig Wittgenstein – “Die Grenzen meiner Sprache sind die
Grenzen meiner Welt” – wird der Frage auf den Grund gegangen, welche
Rolle Sprache in Bezug auf die langsam voranschreitende Gleichstellung
spielt.

Wir sind der Meinung, dass Frauen-, Homo-, Inter- und Transfeindlichkeit
an österreichischen Universitäten im Allgemeinen sowie an der TU Wien im
Speziellen keinen Platz haben darf. Wir möchten alle, die ebenfalls
dieser Meinung sind, egal ob sie Angehörige der TU Wien sind oder nicht,
dazu einladen, die Veranstaltung des Frauen*Volksbegehren 2.0 zu
besuchen [8] und sich zu solidarisieren.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Reparativtherapie
[2] https://donotlink.it/KXww (Achtung, Link zur “Sezession” von Götz
Kubitschek)
[3]
https://www.zvw.de/inhalt.pluederhausen-gabriele-kuby-homosexualitaet-ist-eine-suende.6d16327c-264d-415a-a4af-a2c8e791e2e3.html
[4]
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/exorzisten-und-schwulen-heiler-daemonen-auf-dem-psychiaterkongress-a-505764-2.html
[5] https://www.falter.at/archiv/FALTER_200709121836150010/raphael-bonelli
[6]
http://derstandard.at/2000023084365/Christliche-Aktivistin-in-Wiener-OeVP-sorgt-fuer-Aufregung
[7] https://www.khg.wien/news/wahlleitfaden
[8] https://www.facebook.com/events/638379393219074/

Offenes Plenum am 19.10.2017

Am 19.10.2017 um 18:00 findet in der Fachschaft Architektur (TU Wien, Hauptgebäude, Hof 2) ein offenes Plenum statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen sich einzubringen und/oder uns kennen zu lernen.

Unter anderem werden wir über die anhaltende Problematik rechtsextremer Burschenschaftsaufmärsche (“Bummel”) an der TU und die kommende Sitzung der Universitätsvertretung sprechen. Auf dieser werden zB die künftigen ReferentInnen der Referate der HTU gewählt.

Schwerpunkte

Schwerpunkte

Arbeit in der Universitätsvertretung bedeutet, die Interessen der Studierenden gegenüber Rektorat, ProfessorInnen und auch PolitikerInnen zu vertreten. Doch dies ist nicht die einzige politische Arbeit, die uns wichtig ist. So setzen wir uns auch mit diversen gesellschaftspolitischen Themen auseinander. Wir arbeiten aktiv gegen Sexismus, Rassismus und Hierarchien, wobei wir auch den Anspruch stellen unsere eigenen Strukturen kritisch zu hinterfragen.

  • Freiraum: Abseits der Räume der einzelnen Fachschaften gibt es an der Uni nur sehr wenig Platz für Studierende (mal abgesehen davon, dass auch die Räume der Fachschaften oft nicht allzu groß sind). Wir kämpfen deshalb für von Studierenden selbst verwaltete Freiräume
  • Bildung: Uns, als Basisgruppe im universitären Kontext, sind Bildungsthemen ein ganz besonderes Anliegen. Natürlich beginnt die Bildung nicht erst an der Universität, deswegen machen wir uns auch über Schulbildung und wie diese verbessert werden könnte, Gedanken.
  • Demokratie an der Uni: Unsere Uni wird spätestens seit dem Universitätsgesetz 2002 nicht mehr demokratisch geführt. Studierende und Mittelbau werden in den Gremien nicht mehr ausreichend repräsentiert und diese Gremien können von Einzelpersonen überstimmt werden. Das UG02 regelt die finanzielle und strukturelle Misere der Universitäten. Das UG muss daher dringend reformiert werden.
  • Transparenz auf der HTU: Es hat sich in den letzten Jahren viel in Sachen Transparenz an der HTU getan. Manches (zB online-Jahresabschlüsse) weil das Neue HSG (HochschülerInnenschaftsgesetz) das fordert. Andere Verbesserungen (zB. Live-Streams der UV-Sitzungen, bessere Ankündigungen der Sitzungen etc.) gehen auf unser beharrliches, jahrelanges Drängen zurück.
  • Technikkritisch: Die TU*Basis spricht sich für einen kritischen Umgang mit Technik aus. Technik ist nicht die Lösung aller Probleme. Technik wird oft verwendet, um andere Interessen durchzusetzen: So dient z.B. E-Voting den wirtschaftlichen Interessen einer Industrie und befriedigt ein autoritäres Grundbedürfnis der ÖVP, während das geheime und freie Wahlrecht untergraben werden und die Manipulierbarkeit ganzer Wahlausgänge erreicht wird.
  • Neue Technologien: Durch die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien wurde und wird unsere Gesellschaft in weiten Bereichen umgestaltet. Unsere Gesellschaft braucht ein neues Urheberrecht, denn durch Gesetze von gestern wird die Jugend von heute kriminalisiert. Proprietäre Software und Formate sind oft so gestaltet, dass sie mit dem gemeinschaftlichen Interesse in Konflikt stehen. Wir sprechen uns daher für freie Software und vor allem freie Datenformate aus. Auch Softwarepatente haben sich zu einer tickenden Zeitbombe entwickelt, wir fordern daher ihre Abschaffung bzw. Reform.